Yannic Wächter
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Vorsorge im Detail

Berufsunfähigkeitsversicherung (BU)

Wenn du deinen Beruf nicht mehr ausüben kannst, bricht dein Haupteinkommen weg. Der Staat zahlt nur einen Bruchteil dessen, was du brauchst. Eine BU schließt genau diese Lücke. Je jünger und gesünder du abschließt, desto günstiger. Der häufigste Einwand („ich sitze nur im Büro, mir passiert nichts") ist ein Denkfehler: die Prämie ist bereits auf dein tatsächliches Risiko eingepreist. Psychische Erkrankungen sind heute der häufigste BU-Grund, egal ob Handwerker oder Bürokraft.

Worum geht's?

Deine Arbeitskraft ist vermutlich das wertvollste Asset, das du besitzt. Wer mit 30 Jahren ein Bruttogehalt von 50.000 Euro verdient und bis 67 arbeitet, erwirtschaftet über die Erwerbsphase grob zwei Millionen Euro an Einkommen (ohne Inflation oder Gehaltssteigerungen). Wenn dieser Einkommensstrom durch Krankheit oder Unfall abreißt, zahlt der Staat nur eine Erwerbsminderungsrente, die bei aktuellen Sätzen selten mehr als 40 Prozent deines bisherigen Nettoeinkommens erreicht. Die Berufsunfähigkeitsversicherung zahlt dir ab dem Moment eine vereinbarte monatliche Rente, ab dem du zu mindestens 50 Prozent deinen bisherigen Beruf nicht mehr ausüben kannst.

Wann ist sie sinnvoll?

Für fast jeden Erwerbstätigen, möglichst früh. Die Prämie hängt stark von Alter und Gesundheitszustand ab. Mit 22 und gesund zahlst du einen Bruchteil dessen, was mit 40 und ersten Rücken- oder Psyche-Vorgeschichten aufgerufen wird. Wer erst nachdenkt, wenn der Job gut läuft und die Familie steht, hat oft schon Vorerkrankungen angesammelt, die entweder Ausschlüsse oder Risikozuschläge nach sich ziehen. Studenten und Auszubildende sollten ernsthaft über einen Start-Vertrag nachdenken.

Worauf du achten solltest

Die wichtigsten Qualitätsmerkmale: Verzicht auf abstrakte Verweisung (der Versicherer darf dich nicht auf einen theoretisch zumutbaren anderen Beruf verweisen), Nachversicherungsgarantie ohne erneute Gesundheitsprüfung (bei Heirat, Kind, Gehaltssprung anhebbar), Dynamik in Beitrag und Leistung (sonst frisst Inflation den Schutz), rückwirkende Leistung ab dem ersten Tag der BU. Die vereinbarte Rente sollte mindestens 60 bis 80 Prozent des aktuellen Nettoeinkommens decken. Vertragslaufzeit bis mindestens 67. Ausgezahlt wird bei mindestens 50 Prozent Berufsunfähigkeit, nachgewiesen durch ärztliches Gutachten.

Was kostet das ungefähr?

Für eine 1.500-Euro-Monatsrente zahlt ein 25-Jähriger im Bürojob etwa 40 bis 70 Euro monatlich, ein 25-Jähriger Handwerker eher 100 bis 180 Euro. Ab 40 kosten ähnliche Tarife gut das Doppelte. Die große Preispanne entsteht durch Berufsrisiko und Anbietergüte.

Typische Fallstricke

Gesundheitsfragen unbedingt wahrheitsgemäß beantworten. Wer Vorerkrankungen verschweigt, riskiert im Leistungsfall die Nachleistung. Der Versicherer prüft bei Leistungsantrag die gesamte Krankenakte. Vorsicht auch bei stark reduzierten Versprechen wie „BU-Schutz ohne Gesundheitsfragen". Diese Produkte zahlen im Ernstfall oft weniger oder haben harte Ausschlüsse. Und: die BU ist keine Unfallversicherung. Sie zahlt unabhängig von der Ursache, also auch bei Krebs, Burnout, Bandscheibenvorfall. Das ist einer ihrer größten Vorteile.

Konkrete Produkte und Empfehlungen

Welcher konkrete Tarif für dich sinnvoll ist, hängt an deiner persönlichen Situation. Die Unterschiede zwischen guten und schlechten Verträgen sind in dieser Produktgruppe real, gehen aber oft erst in Details wie Gesundheitsfragen, Einschlüssen und Wartezeiten sichtbar hervor. Ich bespreche das gerne mit dir im persönlichen Gespräch.

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