Yannic Wächter
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Vorsorge im Detail

Private Altersvorsorge

Genau genommen keine Versicherung im klassischen Sinn, aber strukturell verwandt: du versicherst dich gegen das Risiko, länger zu leben als deine Ersparnisse reichen. Die gesetzliche Rente wird für die meisten nicht ausreichen. Wichtig: der Kapitalaufbau passiert über Jahrzehnte, Kosten fressen Rendite. Deshalb lohnt der Vergleich zwischen ETF-Sparplan und Nettopolice sehr genau (dafür ist der Rechner da).

Worum geht's?

Die gesetzliche Rente ist in Deutschland umlagefinanziert: die aktuell Erwerbstätigen zahlen für die aktuell Rentner. Demografisch verschiebt sich dieses Verhältnis. In den nächsten Jahrzehnten kommen immer weniger Beitragszahler auf immer mehr Rentner. Das Standard-Rentenniveau sinkt entsprechend. Wer seinen Lebensstandard im Ruhestand halten will, muss privat zusätzlich vorsorgen. Im Kern geht es dabei um einen Kapitalaufbau über Jahrzehnte, kombiniert mit einer Entnahme-Strategie ab dem Renteneintritt. Die steuerliche Behandlung und die Kosten der Vertragsform entscheiden am Ende über die tatsächliche Rendite.

Wann ist sie sinnvoll?

Für jeden, der nicht vermögend in den Ruhestand gehen wird. Je früher du startest, desto stärker arbeitet der Zinseszinseffekt für dich. Ein Beispiel mit 7 Prozent Rendite: Wer 40 Jahre lang 100 Euro im Monat spart, zahlt 48.000 Euro ein und landet bei rund 260.000 Euro. Wer stattdessen 20 Jahre lang 300 Euro spart, zahlt 72.000 Euro ein, kommt aber nur auf etwa 156.000 Euro. Weniger eingezahlt, deutlich mehr herausbekommen: das ist die Macht der Zeit. Pausen durch Elternzeit oder Jobwechsel sind verkraftbar, aber früh starten ist der wirksamste Hebel überhaupt.

Worauf du achten solltest

Die zentrale Frage ist: Sparplan auf ETFs direkt im Depot, oder Sparen innerhalb einer Nettopolice (Versicherungsmantel)? Der ETF-Sparplan ist maximal flexibel, günstig im laufenden Kostensatz, aber jährlich steuerpflichtig auf Kursgewinne und Ausschüttungen (Vorabpauschale, Abgeltungsteuer bei Verkauf). Die Nettopolice verpackt die ETFs in einen Versicherungsmantel: steuerfreies Rebalancing innerhalb des Mantels, Steuervorteil bei Entnahme (Halbeinkünfteverfahren bei Rente). Dafür höhere Fixkosten. Ob das lohnt, hängt an deinem Anlagehorizont, deinem Grenzsteuersatz in der Auszahlungsphase und der konkreten Kostenstruktur. Dafür ist der Rechner auf dieser Seite da.

Was kostet das ungefähr?

ETF-Sparplan: TER ab 0,15 Prozent p.a., keine Ausgabeaufschläge bei den meisten Neobrokern. Nettopolice: 3 bis 3,5 Prozent Verwaltungskosten pro Rate, 3 Euro pro Monat Fixkosten, 7,5 bis 9,5 Prozent der Beitragssumme als Abschlusskosten (verteilt auf 60 Monate). Klassische Makler-Policen: deutlich teurer.

Typische Fallstricke

Die größte Gefahr ist Bequemlichkeit. Wer aus Angst vor Komplexität die erstbeste Provisionspolice unterschreibt, lässt auf 40 Jahre Laufzeit leicht sechsstellig Rendite liegen. Die zweitgrößte Gefahr: Kapitallebensversicherungen und ähnliche Produkte. Altverträge aus den 1990er- und 2000er-Jahren können wegen der damals garantierten hohen Rechnungszinsen behaltenswert sein, Neuverträge sind dagegen wirtschaftlich unattraktiv. Dritter Fallstrick: Riester-Verträge, die für viele Bevölkerungsgruppen aufgrund Kostenstruktur und Besteuerung nicht mehr den Aufwand wert sind. Im Einzelfall ist ein Riester-Vertrag für Beamte oder Familien mit mehreren Kindern immer noch eine Option, aber die Regel ist es nicht mehr.

Konkrete Produkte und Empfehlungen

Welcher konkrete Tarif für dich sinnvoll ist, hängt an deiner persönlichen Situation. Die Unterschiede zwischen guten und schlechten Verträgen sind in dieser Produktgruppe real, gehen aber oft erst in Details wie Gesundheitsfragen, Einschlüssen und Wartezeiten sichtbar hervor. Ich bespreche das gerne mit dir im persönlichen Gespräch.

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